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No Patents On Seeds

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Keine Patente auf Pflanzen und Tiere!

Aufruf der Zivilgesellschaft an die Regierungen der Mitgliedsstaaten der Europäischen Patentorganisation und der Europäischen Union

Jetzt handeln – die Zukunft unserer Ernährung retten!

Die Unterzeichner fordern eine sofortige Änderung der Ausführungsordnung des Europäischen Patentübereinkommens (EPÜ) und eine Änderung der europäischen Patentgesetze, um Patente auf Züchtungsverfahren, Züchtungsmaterial, Züchtungsmerkmale, Gene sowie auf Pflanzen und Tiere und von diesen gewonnene Lebensmittel zu verbieten.

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Erstunterzeichner

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Hier unterzeichnen die Organisationen!

40153 Unterschriften von einzelnen Personen.

1. Accion Guatemala (Guatemala)
2. ACON e.V. (Deutschland)
3. Action-Freedom.de (Deutschland)
4. Adipositas-Selbsthilfegruppen (Österreich )
6. AGROLINK Association (Bulgaria)
11. Amigos de la Tierra (Spain)
12. Amis de la CONF (FRANCE)
13. Amis de la Terre (France)
14. ANIMA (Greece)
16. Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Regionalgruppe Allgäu (D)
19. Arche Noah (Österreich)
20. artisans du monde (france)
21. ARTISANS DU MONDE COLMAR (FRANCE)
22. artisans du monde du boulonnais (france)
23. Artisans du Monde Gérardmer (France)
24. ARTISANS DU MONDE SAVERNE (France)
25. ARTISANS DU MONDE VALENCE (France)
26. Artisans du Monde Vierzon (France)
27. Asklepios-seeds (Germany)
30. Asociación el Bancal (españa)
33. Associació de Productors d'Agricultura Ecològica de Menorca (Spain)
35. Attac Hamburg (Deutschland)
36. Beauty Without Cruelty (South Africa)
38. Bergstedt Saaten e.V. (Deutschland)
40. Bio Eco Actual (Spain)
41. Bio Glarus (Schweiz)
42. Bio-Logos Lda (Portugal)
43. BIOCOP, S.A. (Spain)
45. bioprospecto (the netherlands)
46. BiotechWatch.gr (Greece)
48. bioverita (Schweiz)
49. Biowatch South Africa (South Africa)
50. BN (D)
51. BÖLW e. V. (Deutschland)
53. Bund Narurschutz Arbeitskreis Gentechnik Kreisgruppe Ebersberg (Deutschland)
55. Bündnis für gentechnikfreie Landwirtschaft Niedersachsen, Bremen, Hamburg (Germany)
57. Circulos de Sementes (Portugal)
58. COAG (Madrid)
61. Collectif des Semeurs du Lodévois-Larzac (france)
63. Cooperativa La Reverde (España)
65. Courmetta (France)
66. Croqueurs de pommes (France)
67. Cyber @cteurs (France)
68. cyberaction (france)
70. De Bolster (Netherlands)
71. Demeter NRW (Deutschland)
72. DENOFA (Norway)
75. Die Bürger-Lobby e.V. (Deutschland)
76. DUKET e.V. (Deutschland)
77. E'changeons le Monde (France)
78. Ecologistas en Acción (Spanien)
79. Ecologistas en Acción de La Rioja (España)
80. ecologistas en acción malaga (spain)
83. ECOTERRA Intl. (Germany)
84. Ecovalle (España)
85. Eetbaar Lelystad (Nederland)
87. Equivita (Italia)
88. Fair Planet (Greece)
89. Fédération Nature et Progrès (France)
90. FIAN Deutschland e.V. (Deutschland)
91. Finca Montefrio (España)
92. Flevo-zon (nederland)
93. Fondation Sciences Citoyennes (France)
95. Foodsharing Österreich (Österreich)
96. FOODwatch WA (Australia)
97. FöSoDrÖff g.e.V. (Deutschland)
98. freie-saaten.org (Deutschland)
99. Freude in Kinderherzen e.V. (Deutschland)
101. GAEC LA BOITE A GRAINES (France)
103. Gartenbaugruppe Rosenheim-Bad Aibling (Bayern/Deutschland)
105. Gen-ethisches Netzwerk e.V. (Deutschland)
106. Genossenschaft Chornlade (Schweiz)
110. GMO Free NJ (U.S.)
111. GMWatch (UK)
112. Green Chefs (Deutschland)
113. Green City e.V. (Deutschland)
114. Gresivaudan Sud Ecologie (France)
118. Heuschrecke Naturkost GmbH (Deutschland)
119. Hof Vorberg e.V. (Deutschland)
120. Hofladen Kornblume (Deutschland)
121. Hope for Ethiopia (Deutschland)
122. HORTUS OFFICINARUM (Schweiz)
123. Huerto Batán (Spain)
124. IG Nachbau (Deutschland)
125. IG Saatgut (Deutschland)
126. Initiative Mexiko (Deutschland)
130. Jugend mit Zukunft e.V. (Deutschland)
131. Kath. Landvolk-Bewegung Landkreis Passau (Bayern)
132. KHG Landau (Deutschland)
134. Kultursaat e.V. (Deutschland)
135. Kulturverein Meierhof Kornberg (Österreich)
137. La Garbancita Ecologica (España)
139. LLAVORS D'ACÍ (SPAIN)
140. Longo Mai (schweiz)
141. Lur Gozo (Bizkaia)
142. luther-bern (Schweiz)
144. Maison de la Semence du Rhône (France)
150. Nature & Progrès Aude (France)
152. Naturschutzbund gehrden (Deutschland)
153. Navdanya International (Italy)
154. non GMO Port Elizabeth (south africa)
155. Noordelijk Zadennetwerk (Nederland)
156. Nutztier-Arche Dahlhausen (Deutschland)
159. OGM dangers (France)
160. OLIOLI-BIODINAMICO SL (Spain)
161. open house e.V. (bayern)
162. Ortutik Elkartea (Spain)
163. Pax et bonum - Eine-Welt-Laden e.V. Bischofswerda (Deutschland)
164. Peliti (Greece)
166. PLANT, Inc (USA)
169. Pont Universel (Suisse)
170. PROVIEH (Deutschland)
171. Public Eye on Science (Schweiz)
175. red de semillas de La Palma (España)
176. Red Jorden Simpelt (Denmark)
177. Réseau des GASAP (Belgique)
178. Rights of Nature (Netherlands)
179. saatgutbildung (deutschland)
180. Sativa Rheinau AG (Switzerland)
181. Save Our Seeds (Deutschland)
182. Scottish Crofting Federation (United Kingdom)
183. SEEDS ACTION NETWORK -SAN Germany (Deutschland)
184. Semillas de Identidad (Colombia)
185. SIMBIOSIS- Mensch u.Natur e.V. (Deutschland)
186. Slow Food Deutschland e.V. (Deutschland)
188. Slow food Liburnia (Croatia)
189. slow food sevillaysur (spain)
191. Soil & health Association of NZ (New Zealand )
194. Sustainable Skerries (Ireland)
195. TAGWERK e.V. (Deutschland)
196. Terra Sylvestris (Ελλάδα)
197. Think Tank Oikos (Belgium)
198. Tier & Mensch e.V. (Deutschland)
199. TROO FOOD LIBERATION (GREECE)
201. UmweltHaus am Schüberg (Germany)
202. Umweltinstitut München e.V. (Deutschland)
203. Unacremona onlus (Italy)
205. upländer bauernmolkerei gmbh (deutschland)
206. Urban Edibles (Netherlands)
209. Verein Slow Food CH (Schweiz)
212. Weltladen Bonn e.V. (Deutschland)
213. WIR-gemeinsam (D + Österreich)
215. Zukunft säen (Schweiz)
216. Zukunftsstiftung Landwirtschaft (Deutschland)

Am 25. März 2015 bekräftigte die Große Beschwerdekammer des Europäischen Patentamts (EPA) eine völlig inakzeptable Auslegung der Patentgesetze: Während Verfahren der konventionellen Züchtung nicht patentiert werden dürfen, sollen Pflanzen und Tiere, die aus einer derartigen Züchtung stammen, dennoch patentiert werden können. Das ist nicht nur widersprüchlich, sondern untergräbt auch die geltenden Verbote im europäischen Patentrecht, welche besagen, dass „Pflanzensorten oder Tierrassen sowie im Wesentlichen biologische Verfahren zur Züchtung von Pflanzen oder Tieren“ nicht patentiert werden dürfen (Art 53 b EPÜ). Weil die Entscheidung der Großen Beschwerdekammer für alle anderen Entscheidungen des EPA in diesem Bereich bindend ist, muss jetzt die Politik dafür sorgen, dass diese Regelauslegung der europäischen Patentgesetze geändert wird und die bestehenden Verbote im europäischen Patentrecht gestärkt werden. Dies kann über einen Beschluss des Verwaltungsrats des EPA erreicht werden, der über die Regeln für die Auslegung des Europäischen Patentübereinkommens (EPÜ) entscheidet. Helfen Sie mit, den dazu nötigen Druck aufzubauen!

Bereits heute finden sich zahlreiche Bespiele dafür, wie Pflanzen und Tiere in sogenannte Erfindungen der Industrie verwandelt werden: Triviale technische Schritte wie die Analyse der natürlichen genetischen Anlagen, die Messung von Inhaltsstoffen (wie Öl oder Eiweiße), die Kreuzung traditioneller Sorten mit Hochleistungssorten oder auch die einfache Beschreibung von bestimmten pflanzlichen Merkmalen können dazu führen, dass Pflanzen als „Erfindungen“ patentiert und monopolisiert werden. Viele der Patente basieren auf Biopiraterie und beuten die biologische Vielfalt der Länder des Südens aus. In den meisten Fällen umfassen die Patente die gesamte Kette der Nahrungsmittelerzeugung, von der Züchtung bis zum Lebensmittel. Die Patente betreffen alle Arten von Pflanzen: Gemüse wie Tomaten, Brokkoli, Paprika, Salat genauso wie Soja, Mais und Weizen. Die Patente erstrecken sich auch auf die Ernte, die Früchte oder verarbeitete Lebensmittel wie Bier und Brot. Diese Patente sind nichts anderes als ein Missbrauch des Patentrechts, das sich nur auf echte Erfindungen und nicht auf Entdeckungen und die Nutzung natürlicher Ressourcen erstrecken sollte. Dieser Missbrauch des Patentrechts erlaubt es Konzernen vielmehr, die Kontrolle über die Grundlagen unserer Ernährung zu übernehmen.

Es gibt bestimmte Interessengruppen, die massive Vorteile aus diesen Patenten ziehen: Konzerne wie Monsanto, Syngenta und Dupont melden mehr und mehr Patente auf Saatgut an. Daneben verdienen aber auch andere Institutionen und Personen an diesem Geschäft mit Patenten: Dies sind insbesondere Patentanwälte, Beratungsfirmen und nicht zuletzt das Europäische Patentamt selbst. Das EPA, ist nicht Teil der EU und keiner unabhängigen Rechtstaatlichkeit unterstellt. Es finanziert sich über Patentverfahren und sieht sich mehr oder weniger als Dienstleister der Industrie. Diese speziellen Interessengruppen treiben die Entwicklung eines Patentrechts voran, das nicht im Interesse der Gesellschaft sein kann.

Auf der anderen Seite gehören Züchter, Landwirte, Lebensmittelhersteller und Verbraucher zu den Verlierern. Deren Interessen werden durch diese Entwicklung erheblich beschädigt. Patente auf Pflanzen und Tiere fördern die Marktkonzentration und bringen Landwirte und andere Betroffene in immer stärkere Abhängigkeiten von den großen Konzernen: Der fortschreitende Konzentrationsprozess in der Züchtung verhindert echten Wettbewerb, behindert Innovationen und gibt einigen wenigen Konzernen die Macht, darüber zu entscheiden, was auf dem Acker angebaut wird, was wir essen und welchen Preis wir dafür zu bezahlen haben.

Die Europäische Patentorganisation (EPOrg) hat zwei Organe – das Europäische Patentamt und den Verwaltungsrat, der die Tätigkeit des Amts überwacht. Die Regierungen Europas müssen jetzt reagieren. In einem ersten Schritt sollten die Mitgliedsstaaten des Europäischen Patentübereinkommens (EPÜ) im Verwaltungsrat des Patentamts über ihre Repräsentanten eine Initiative starten. Der Verwaltungsrat kann die Regeln für die Auslegung des Europäischen Patentübereinkommens durch eine Änderung der sogenannten Ausführungsordnung festlegen. Der Wortlaut der nationalen Patentgesetze in Deutschland und den Niederlanden zeigt bereits, dass Patente auf Pflanzen und Tiere aus konventioneller Zucht verboten werden können. Alle europäischen Länder sollten diesem Beispiel folgen und auch Patente auf Zuchtmaterial, Züchtungsmerkmale und die genetischen Grundlagen verbieten. Und schließlich sollten auch die europäischen Patentgesetze inklusive der EU-Patentrichtlinie verändert werden, um Patente auf Züchtungsverfahren, Züchtungsmaterial, Züchtungsmerkmale (inklusive natürlicher Eigenschaften von Pflanzen), Gene sowie auf Pflanzen und Tiere und von diesen gewonnene Lebensmittel zu verbieten. Dazu bedarf es unter anderem der Zusammenarbeit der europäischen Regierungen und der EU-Kommission.

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application/pdf iconAufruf mit Unterschriftenliste